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Großstädte in Deutschland - Krefeld

Die "Samt- und Seidenstadt" Krefeld (ab 1900 auch Crefeld), ist eine kreisfreie Stadt am Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf bzw. westlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Sie bildet eines der Oberzentren des Landes. Krefeld, deren Einwohnerzahl um 1890 die 100.000-Grenze überschritt und sie damit zur Großstadt wurde, besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als die damalige kreisfreie Stadt Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 wurde sie nochmals geringfügig vergrößert. Heute ist Krefeld mit ca. 238.000 Einwohner eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie nach der Einwohnerzahl gegenwärtig den 6. Platz ein.

Geografie

Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, in der "Krefeld-Kempener Platte" zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa 7 km vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Vereinigung mit Uerdingen bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 km. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 km und in West-Ost-Richtung 13,1 km. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m über NN. Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist der Hülser Berg und misst 63 m über NN, die höchste Erhebung überhaupt ist der Inrather Berg mit 87 m.

Geschichte

Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser. - Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens "Krähenfeld" an der "Hohen Straße" zwischen Köln und Geldern. Diese bedeutende Straße, die ihren Namen "Hochstraße" bis heute behalten hat, wurde so genannt, weil sie oberhalb des Rheines lag und dadurch vor Überschwemmungen sicher war. Am 1. Oktober 1373 erhielt "Crefeld" vom Kaiser Karl IV. die Stadtrechte verliehen. Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser geschützt vor den Übergriffen der Raubritter auf der Burg Linn. Die Alte Dionysiuskirche wurde 1483 eingeweiht. Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers protestantisch. Aus dieser religiösen Verbundenheit heraus unterstützte der Graf von Moers auch Wilhelm von Oranien im Achtzigjährigen Krieg, der am Niederrhein quasi mit dem Dreißigjährigen Krieg verschmolz. Krefeld hatte immer wieder unter den Kämpfen zu leiden. Besonders 1642 wurde die Stadt schwer verwüstet. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde das protestantische Krefeld zum Zufluchtsort für verfolgte Wiedertäufer und Mennoniten. Ein solcher Flüchtling war 1656 auch Adolf von der Leyen aus Radevormwald, der das neue Gewerbe der Seidenweberei nach Krefeld brachte. Damit begann ein beispielloser wirtschaftlicher Aufschwung. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. Da die meisten Krefelder sich zum mennonitischen Glauben bekannten, und die Mennoniten radikale Pazifisten sind, erhielt Krefeld das Privileg, von jeglichen Kriegsdiensten befreit zu sein. Daraus entstand das Soldaten-Sprichwort "Es gibt Gute, Böse und Krefelder". Der Strom protestantischer Flüchtlinge hielt stetig an - es waren mehr, als die Stadt fassen konnte, deshalb machte sich 1683 ein Teil dieser Flüchtlinge auf, als die ersten Deutschen in die USA auszuwandern. Sie gründeten dort die Stadt Germantown.

18. Jahrhundert

1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Trotz der pazifistischen Privilegien, die der preußische König Friedrich Wilhelm I. bei seinem Besuch in Krefeld 1738 bestätigte, wurde die Stadt im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Erbfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld, die zerstörte Dionysiuskirche wieder aufzubauen: Sie wurde 1754 fertiggstellt. Vier Jahre später ging der Name der pazifistischen Stadt durch die "Schlacht bei Krefeld" in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjährigen Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt - ein Gedenkstein an der Hückelsmay erinnert heute noch an die über 6000 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so daß aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum Jülich-Berg bzw. das Kurfürstentum Köln abzuwandern. In dem auf die Französische Revolution folgenden französisch-preußischen Krieg wurde Krefeld wie das übrige linksrheinische Territorium 1794 von den Franzosen besetzt. Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoléon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Doch die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 - von nun an war Krefeld wieder preußisch. 1816 wurde Krefeld Sitz eines Landkreises, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging.

19. Jahrhundert

1828 rebellierten Seidenweber der Firma von der Leyen gegen Lohnkürzungen - der erste Arbeiteraufstand Deutschlands fand damit in Krefeld statt. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder. - Um 1840 wurden nach Plänen des Architekten Adolf von Vagedes die mittelalterlichen Befestigungsanlagen eingeebnet, um Platz für einen Ring breiter Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ost-Wall) zu schaffen. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar - im Januar 1849 gab es sogar bei Straßenkämpfen ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit dem Anschluss an die Eisenbahnlinie. 1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch des Königs Wilhelm I. - abgesehen von den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken kehren - dieses Denkmal ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. 1872 schied Krefeld aus dem Landkreis Krefeld aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattermann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert

Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder dem Kaiser Wilhelm II. zu - die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen. 1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg - die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld 1919 von belgischen Truppen besetzt. Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus, es gab Tote und Verletzte, aber ansonsten blieb die Aktion ohne politische Folgen. - 1929 wurde Krefeld mit Uerdingen Fischeln und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Kreis Krefeld in den Kreis Kempen-Krefeld überführt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurde Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet. - 1933 marschierte Krefeld mit dem übrigen Deutschland in den Nationalsozialismus. Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört. Der Zweite Weltkrieg verschonte Krefeld nicht: Am 21. Juni 1943 wurden bei einem Luftangriff große Teiles des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt jedoch aufgrund eines falschen Signals weitestgehend verschont. Die Befreiung kam am 3. März 1945 durch den Einmarsch amerikanischer Soldaten. Die Krefelder Stahlwerke sollten ursprünglich demontiert werden, aber man konnte dies noch abwenden. In den 50er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. - 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von Hüls erneut vergrößert und der Kreis Kempen-Krefeld in den Kreis Viersen überführt. Noch einmal war der Name Krefeld Synonym für eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (u. a. mit Petra Kelly und Gert Bastian) der "Krefelder Appell" gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert.

Religionen

Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Achidiakonat des Domdekans, bzw. dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 führten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Danach war die Hauptpfarrkirche der Stadt fast ununterbrochen protestantisch. Vorherrschend war das reformierte Bekenntnis, doch entstand ab 1748 auch eine lutherische Kirche. Das Kloster Johannes Baptista blieb jedoch nach der Reformation katholisch, so dass es in Krefeld beide Konfessionen nebeneinander her gab. Diese Toleranz führte ab 1679 u.a. auch zur Aufnahme von Mennoniten, die im Jahre 1693 eine Kirche bauen konnten. Im 18. Jahrhundert wuchs die Zahl der Katholiken stark an und 1749 konnte wieder eine Gemeinde gegründet werden. Somit gab es eine reformierte, eine lutherische, eine katholische Gemeinde und eine Mennonitengemeinde.

Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, Hüls und Benrad kamen jedoch zum Bistum Münster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in drei Dekanate Mitte, Süd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, Süd und Nordwest innerhalb der "Region Krefeld", zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von Thüringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Krefeld-Süd, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl Borromäus, St. Margareta, St. Mariä Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.

Mit dem Übergang an Preußen gehörten die protestantischen Gemeinden Krefelds zur Evangelischen Kirche in Preußen (die ab 1817 eine unierte Kirche war) bzw. zu dessen rheinischer Provinzialkirche. Krefeld wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Krefeld (heute Krefeld-Viersen) innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Kirchengemeinden wurden in mehrere Kirchengemeinden aufgeteilt bzw. neue Kirchengemeinden entstanden. Der heutige Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst außer den Krefelder Kirchengemeinden auch viele Gemeinden außerhalb der Stadt Krefeld. In Krefeld gibt es heute folgende Kirchen (in Klammer die zugehörige Kirchengemeinde und soweit bekannt das Baujahr der Kirche): Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld Süd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche und Thomaskirche (beide Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde Hüls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).

Neben den katholischen und evangelischen Gemeinden sowie der bereits erwähnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Ferner eine Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde und eine Altkatholische Kirchengemeinde. Sie alle sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Krefeld.

Weitere religiöse Vereinigungen in Krefeld sind die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche.

Politik

An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten 4 Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.

Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Desweiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählte Oberbürgermeister ist Dieter Pützhofen (CDU), der dieses Amt bereits von 1982 bis 1989 und dann seit 1994 innehatte. Sein 1. Stellvertreter ist Gregor Kathstede (CDU), sein 2. Stellvertreter ist Bernd Scheelen (SPD) und seine 3. Stellvertreterin ist Mechthild Staudenmaier (Grüne).

Wappen

Das Wappen der Stadt Krefeld zeigt gespalten und unten geteilt: vorne in Silber ein stehender Bischof mit goldenem Nimbus, roter Kasel und silberner Albe, in der Rechten den Bischofsstab, in der Linken sein abgeschlagenes, gold nimbiertes Haupt mit roter Mitra, zu seinen Füßen ein goldener Schild mit schwarzem Balken. Hinten in Blau über Rot belegt mit zwei goldenen Schlüsseln mit abgewendeten Bärten und verschränkten Griffen, an der Teilungslinie begleitet von je einem silbernen Schild mit durchgehendem schwarzem Kreuz. Die Stadtfarben von Krefeld sind schwarz und gelb.

Das Wappen in seiner heutigen Form wurde 1950 festgelegt. Es geht auf ein 1929 im Zuge der Bildung des Stadtkreises Krefeld-Uerdingen gebildetes Stadtwappen zurück. Der Bischof stellt den Hl. Dionysius, den Patron der Stadt Krefeld dar, der bereits in den Schöffensiegeln von 1463 nachweisbar ist. Die Schlüssel sind die Attribute des Hl. Petrus, welcher der Patron der ehemaligen Stadt Uerdingen ist. Der Schwarze Balken in Gold ist der so genannte "Moerser Balken", nachdem Krefeld früher zur Herrschaft bzw. Grafschaft Moers gehörte. Die silbernen Schilde mit dem Kreuz bezeugen die ehemalige Zugehörigkeit der Stadt Uerdingen und Teile des Amtes Linn-Uerdingen zum Kurfürstentum Köln.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im 16. Jahrhundert begann die textile Tradition Krefelds, als Flüchtlinge mennonitischem Glaubens in die "religiöse Freistatt" kamen. Durch Monopole föderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam deshalb ihren Beinamen "Samt- und Seidenstadt". Meister Ponzelar ist heute als Denkmal am Südwall Ecke Ostwall zu finden - Ponzelar heißt er, da zu Krefelds Hochzeiten, als die Stadt durch Seidenweberei berühmt war, viele Seidenweber den Namen Ponzelar trugen. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, sieht man eine für damals typische Seidenweberei. Im frühen 18. Jahrhundert begann die Industrialisierung. Heute herrscht ein gemischtes Unternehmertum mit Schwerpunkten in den Bereichen chemische Industrie, Metallindustrie, Maschinenbau, Fahrzeugbau und Textilindustrie vor. Bekannt ist Krefeld heute auch für die Krawatten-Produktion, die führend in Europa ist.

Verkehr

Durch das Stadtgebiet Krefelds führt in nord-südlicher Richtung die Bundesautobahn A 57 (Köln - Nimwegen), die sich südlich von Krefeld am Autobahnkreuz Krefeld-Strümp mit der A 44 (Aachen - Düsseldorf - Dortmund - Kassel) kreuzt.

Der Krefelder Hauptbahnhof liegt an der Strecke Aachen-Mönchengladbach-Duisburg. Neben dem Hauptbahnhof gibt es auch Bahnhöfe in Linn, Oppum und Uerdingen. Verschiedene Regional-Express- und Regional-Bahn-Linien verbinden somit Krefeld per Schiene mit den umliegenden Städten und Regionen. Die nächstgelegenen ICE-Bahnhöfe sind Duisburg und Düsseldorf.

Der Flughafen Düsseldorf International ist ungefähr 20 km entfernt.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen vier innerstädtische Straßenbahnlinien, eine Stadtbahnlinie nach Düsseldorf sowie mehrere Buslinien der Krefelder Verkehrs-AG bzw. der Schnellbahnen der Rheinischen Bahngesellschaft AG Düsseldorf. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen.

Medien

In Krefeld befindet sich der Sitz der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Viersen e.V. - Betriebsgesellschaft für Lokalfunk Krefeld/Viersen GmbH & Co. KG. Diese veranstalten das private Hörfunkprogramm "Welle Niederrhein".

In Krefeld befindet sich ferner ein Pressehaus der "Westdeutschen Zeitung". Diese Tageszeitung wird in Düsseldorf herausgegeben. Ein weiteres Pressehaus dieser Zeitung befindet sich in Wuppertal. Über das regionale Geschehen Krefelds berichtet auch die "Rheinische Post", die ebenfalls in Düsseldorf erscheint und mehrere Lokalausgaben hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Stadttheater Krefeld kooperiert mit den städtischen Bühnen Mönchengladbach und bietet laufend wechselnde Aufführungen mit Oper, Operette, Ballett und Schauspiel sowie Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker.

Das KRESCH - Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld bringt Eigenproduktionen und Gastspiele.

Museen und Galerien

  • Kaiser Wilhelm Museum Kunstmuseen mit dem Schwerpunkt 20. Jahrhundert
  • Museum Haus Esters und Museum Haus Lange - Beide Museen bieten Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst
  • Deutsches Textilmuseum mit Textilien aus europäischen und außereuropäischen Kulturen
  • Museum Burg Linn - Die Burg und das Jagdschloß beherbergen u.a. das Niederrheinmuseum
  • Rathaus, ehemaliges Stadtpalais der Familie von der Leyen; wegen der historischen Bedeutung dieses Palais kann dieses Gebäude als ein Wahrzeichen der Stadt angesehen werden.
  • Burg Linn
  • Geismühle
  • Hauptbahnhof Krefeld
  • Haus Sollbrüggen
  • Katholische Kirche St. Dionysius
  • Puppen-Brunnen am Südwall
  • Seidenweber-Denkmal am Südwall

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Krefelder Zoo
  • Botanischer Garten

Der Stadtwald ist ein Waldgebiet inmitten des Stadtgebietes von Krefeld. Er befindet sich im Stadtteil Bockum. Im Stadtwald befindet sich eine riesige Wiese mit Fussballtoren, ein Kinderspielplatz, Möglichkeiten zum Bötchen fahren und Spazierwege. Innerhalb des Krefelder Stadtwalds befindet sich auch die Krefelder Galopprennbahn, ein Golfplatz, ein Hockeyplatz, sowie Tennisplätze. Das Stadtwaldhaus mit seinem riesigen schönen Biergarten bietet den Ausflüglern Rast.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet um die Burg Linn herum und in der angrenzenden Altstadt des Stadtteils Linn ein mittelalterlicher Handwerkermarkt Flachsmarkt statt.

Regelmäßig im September findet die weltgrößte Straßenmodenschau in Krefelds City statt, bei der auf Großbühnen im Zentrum der Samt- und Seidenstadt zwei Tage die aktuellen Trends der Modebranche gezeigt werden. Außerdem gibt es Musik, Moderation und viele Aktionen in der Innenstadt. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Mode- und Marketingpreises "Goldene Seidenschleife". Preisträger dieser internationalen Auszeichnung waren bisher unter anderem Pierre Cardin, Nino Cerruti, Sonja und Willy Bogner, Gerhard Weber (Gerry Weber) und Wolfgang Ley (Escada). Zur Straßenmodenschau erwartet die Stadt Krefeld jährlich rund 500.000 Besucher

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Personen sind in Krefeld bzw. in Uerdingen geboren (Auflistung chronologisch nach Geburtstag):

  • 1821, Heinrich Band, †1860, Namensträger, Mit-Erfinder des Bandoneons
  • 1889, 3. November, Heinrich Campendonk, †9. Mai 1957 in Amsterdam, Maler und Grafiker (stilisierte Menschen und Tiere; Apsisfenster des Bonner Münsters), Hauptvertreter des deutschen Expressionismus
  • 1910, 14. April, Kurt Feltz, †3. August 1982 auf Mallorca, Schlager-Texter ("Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein", "Steig in das Traumboot der Liebe", "Heißer Sand", "Hier ist ein Mensch")
  • 1912 in Uerdingen, Werner Ross, † 2002, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
  • 1921, 12. Mai, Joseph Beuys, † 1986, Künstler
  • 1925, 1. Dezember, Manfred Köhnlechner, Heilpraktiker

In Krefeld lebte und starb auch Werner Rittberger (1891 in Berlin, †1975), Eiskunstläufer; Erfinder und Namensgeber des Rittberger-Sprunges. Ferner kommt die 1984 gegründete Musik Band Blind Guardian aus Krefeld. Sie sind Protagonisten des deutschen True Metals und im deutschsprachigen Raum, in den USA und in Japan sehr erfolgreich.

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